Geschichten aus dem Flipperium

Ann-Christin Plate

“Meine Vision von einem inklusiven Atelierhaus gibt mir eine Ausrichtung im Leben.”

Anne-Christin Plate war glücklich mit ihrer beruflichen Situation, als sie 2023 zu Flipped Job Market kam. Zur Hälfte war sie als freischaffende Künstlerin tätig, zur anderen leitete sie das Kunstatelier bei Thikwa – einer Berliner Werkstatt, in der Künstler:innen mit Behinderungen arbeiten. Einziger Haken an der Sache: Die Stelle war auf zwei Jahre befristet.

Ihr erster Gedanke: Ich muss nochmal studieren. „Ich hatte schon ein Diplom“, erzählt die Berlinerin, „aber ich dachte, ich muss mich noch mehr qualifizieren.” Eine Freundin entgegnete trocken: „Ich glaube nicht, dass du noch etwas studieren musst. Ich glaube, du musst einfach mal zu Flipped Job Market gehen.” Anne folgte ihrem Rat, besuchte eine Info-Veranstaltung und entschied sich für den FJM-Kurs.

Was sie daraus mitnahm, war vor allem eins: nicht gleich die Schere im Kopf zu haben und sich zu denken, das geht aber nicht. Anne erlaubte sich ihrem „Gerne“ zu folgen. Sie zog los und führte kurze Gespräche mit Menschen, die an der Schnittstelle von Kunst und Inklusion arbeiten – nicht um sich für einen Job zu empfehlen, sondern aus reinem Interesse. Diese Haltung, merkte sie, öffnet Menschen. Den Austausch – Anne führte rund 20 Gespräche – erlebte sie als leicht, spielerisch, oft überraschend tief.

Die zweifache Mutter würde sich wünschen, dass sich Menschen die Frage „wo ist mein Gerne?” viel früher stellen – nicht erst wie sie in der Lebensmitte. Sie selbst habe sich lange verbogen, um Stellenanforderungen zu genügen. „Ich würde mir wünschen, dass es nicht um die Frage geht, welche Noten und welche Ausbildung du hast, sondern wo du dein Gerne einbringen kannst“, sagt sie mit Blick auf ihre beiden Söhne.

Wie es für sie beruflich weiterging: Als ihr Vertrag bei Thikwa auslief, bewarb sich Anne auf eine andere Stelle im Haus und blieb. Heute arbeitet sie als Gruppenleitung, mehr im Organisatorischen als im Künstlerischen. Dass ihr das Spaß macht, hat sie selbst überrascht. „Ich dachte erst: ich klammer mich hier irgendwie fest, aber es hat mir nochmal eine ganz neue Perspektive gegeben.”

Die andere Hälfte ihrer Zeit gehört weiterhin der Kunst. Anne gestaltet Trickfilme, Kinderbücher, Illustrationen. Im FJM-Kurs hatte sie sich vorgestellt, wie sie in zehn Jahren in einem inklusiven Atelierhaus wirkt: „Diese Idee gibt mir eine Ausrichtung im Leben.“ Vor kurzem bekam sie einen Anruf von einer Kollegin, die fragte, ob Anne Lust hätte in ihren Atelierräumen einfach damit anzufangen – ohne große Fördergelder oder Strukturen. „Wir machen daraus ein Mini-Experiment, um zu schauen, wie wir das jetzt schon leben können“, hat Anne sich gedacht und freut sich, dass ihre Vision ganz langsam Gestalt annimmt.

Menschen kommen zu uns, weil sie auf der Suche nach langfristigen Veränderungen in ihrem beruflichen Wirken sind.
In der Reihe “Geschichten aus dem Flipperium” teilen unsere Teilnehmer:innen ihre Erfahrungen aus dem Kurs und erzählen von den teils überraschenden, oft aufregenden, und vor allem positiven Auswirkungen auf ihr Leben.

Macht dich das neugierig? Wünscht du dir auch Veränderung in deiner beruflichen Laufbahn oder bist du vielleicht gerade an einer Weggabelung angekommen und fragst dich, wohin die Reise wohl gehen soll?

Dann findest du hier noch mehr Informationen zum Kurs und unserer Haltung, zu unserer Methode und zu den kommenden Terminen.

Flipped Job Market