Aus der Veranstaltungsreihe “Eine Arbeitswelt, wie sie uns gefällt?” von BSPW, Flipped Job Market, Now.New.Next, tbd* und Wigwam eG:

„Was behindert uns? Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt“

Mal Hand aufs Herz: Wieviele Menschen mit Behinderungen erlebst Du in Deinem Arbeitsalltag? Wieviele  Lehrer_innen Deiner Kinder benutzen einen Rollstuhl? Hast Du selbst eine Behinderung – und bist “die Ausnahme“ in Deinem Job? Oder liest bei der Jobsuche häufig den Satz: „Schwerbehinderte werden bei gleicher Eignung bevorzugt.”? Gleiche Eignung? Wann ist eine Besonderheit eine Besonderheit? Wann eine Behinderung? Wann eine Begabung? Wo arbeiten Menschen mit Behinderungen, und warum arbeiten sie dort? Und nicht woanders?

Wir sind froh und stolz, dass wir sehr interessante Gäste für den Abend gewinnen konnten (Danke!), die wirklich etwas dazu zu sagen haben! Und wir hoffen noch auf Zusagen von zwei weiteren Gästen, wir halten Euch dazu gern auf dem Laufenden:

  • Anne Gersdorff arbeitet bei Sozialhelden e.V. (Vorstand Raùl Krauthausen) und vor allem für das Projekt „JOBInklusive“ – und beschäftigt ein Team von mehreren Assistent_innen.
  • Manfred Radermacher leitet das Projekt enterability (von Social Impact), das Menschen mit Schwerbehinderungen beim Aufbau einer beruflichen Selbständigkeit bzw. Gründung unterstützt.
  • Thomas Päpke ist der Leiter Fachdienst Berufliche Rehabilitation bei der USE, Union Sozialer Einrichtungen gGmbH, die seit mehr als 25 Jahren Arbeitsmöglichkeiten in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen bietet.
  • Gracia Foddis hat mit Unterstützung von enterability gegründet.
  • Michelle Houschka arbeitet seit vielen Jahren als Werkstatt-Beschäftigte in der Verwaltung der USE.

Und ja, wir Veranstalter_innen fassen uns an die eigene Nase: Wie inklusiv arbeiten wir selbst? Welche Barrieren hindern Menschen daran, an unseren Veranstaltungen und Angeboten teilzunehmen?
Wir haben z.B. durchaus schnell schon im ersten Lockdown bemerkt, dass die zunehmenden Online-Formate zum Teil viel barriereärmer sind (toll!) ), wir seit Jahren keine gute Lösung für die Gendersternchenfrage finden (doof!), wir immer schon und immer mehr Menschen begegnen, die durch Burnout oder Traumata arbeitsunfähig (erwerbsunfähig? behindert?) geworden sind (wichtig!).

Und immer wieder die Frage: Geht es bei „Arbeit“ um Geld verdienen? Um Existenzsicherung? Um Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, um die zu erledigenden Aufgaben, um Selbstverwirklichung…?

Wie immer hat unser an Arbeitswelt-Themen interessiertes Lieblingspublikum (Ihr alle!)  die Möglichkeit, den Abend aktiv mitzugestalten:

Nach einer Vorstellung unserer Gäste hören wir gemeinsam deren kurze Statements, gefolgt von einer (vom Team Arbeitswelt moderierten) Podiumsdiskussion zu den Schwerpunkten:

Menschen mit Behinderungen in der Arbeitswelt:

  • auf dem “ersten Arbeitsmarkt”
  • auf dem “zweiten Arbeitsmarkt“, z.B. in Werkstätten für behinderte Menschen
  • als Gründerinnen und Gründer und als Arbeitgebende

Nach einem unkomplizierten Austausch („Murmelrunde”) in Kleingruppen kommt Ihr nun ins Spiel: Wie ist Eure Sicht der Dinge, welche Erfahrungen habt Ihr zu dem Thema? Welche Fragen stellen sich nach der Podiumsdiskussion neu – oder immer noch? Wir vom Team Arbeitswelt sammeln und sichten Eure Beiträge sichtbar für alle –  und moderieren den Austausch, der sicherlich und gerne auch kontrovers verlaufen kann.

Über unsere Veranstaltungsreihe “Eine Arbeitswelt, wie sie uns gefällt?”

Unter Schlagworten wie New Work, Arbeit 4.0, Jobs mit Sinn oder Holacracy soll das Verständnis von Arbeit und Leben neu besetzt werden. Es geht um Digitalisierung und Agilität, Selbst- und Mitbestimmung, Flexibilität, Nachhaltigkeit und faire Löhne oder auch um sinnhafte Arbeit und neue Wege zum passenden Job.

Organisationen wollen mithalten und attraktive Arbeitgeber sein. Wir wollen mit Begeisterung zur Arbeit gehen können und möchten einen Sinn in dem erkennen, was wir tun. So weit, so verständlich: Wer möchte schon ein starres Unternehmen sein oder vor Stress schlecht gelaunt werden, auf einen Burnout zusteuern und ein Leben auf einer Karriereleiter fristen?

Gleichzeitig beobachten wir, dass das Work-Life-Balance-Mantra auch Druck ausübt: Jetzt sollen wir erfolgreich sein, unsere Arbeitswelt gestalten und dabei für die eigene Gesundheit sorgen, Yoga machen, meditieren, joggen, Familie und Freundschaften nicht vernachlässigen, keinen Termin verpassen, aber auch digital detox nicht vergessen…

Mit unserer Veranstaltungsreihe “Eine Arbeitswelt, wie sie uns gefällt?” greifen wir diese Themen, Fragen und Ambivalenzen seit 2016 gemeinsam und in loser Reihenfolge auf und verbinden sie immer mit praktischem Ausprobieren: Wo beginnt Selbstwirksamkeit und wo endet sie in Fremdbestimmung? Wo engagieren wir uns für Nachhaltigkeit und wo dienen wir der Wachstumsgesellschaft? Wo beginnt Freiheit, und wo die Prekarisierung? Wo fängt der Traum vom sinnvollen Arbeiten an, wo die schlaflose Nacht wegen der nächsten Mietrechnung? Und wie können wir uns kollektiv organisieren, um Antworten auf diese Fragen zu finden?

Veranstalterinnen dieser Reihe sind: BSPW, Flipped Job Market, Now.New.Next, tbd* und Wigwam eG

 

 

Kosten

kostenfrei

Für alle bepreisten Kurse gilt die Preisspanne des Vertrauens

Termin

Freitag 2. Juli 2021
17:00 - 19:30

Ort
online

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